„Nanu“, wird sich mancher Leser beim Anblick der Bilder dieser jungen Mädchen im VfL-Shirt denken, „ist der VfL Egenburg jetzt auch in das Multiclub-Ownership-Geschäft eingestiegen?“. Schließlich gehört es unter den Größen der Fußballszene längst zum guten Ton nicht nur einen Verein zu unterhalten. Manchester City, der FC Bayern, Red Bull Leipzig und andere Großkopferte unterhalten sich ein ganzes Netzwerk an Vereinen, welche Spieler für die Speerspitze in der Champions League ausbilden sollen.

Oder hat sich das Egenburger Malerduo Peter und Marco Gutmann zur Expansion gen Ostafrika entschieden und sich aus Marktinggründen ein junges Team von Sportlerinnen zur Verbesserung der Werbepräsenz in Uganda gesucht?

Nun: Weder noch. Weder am Sportplatzweg, noch am Schusterberg ist bei allem Ehrgeiz der Größenwahn ausgebrochen. Vielmehr zeigt es ein Beispiel für guten Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Im Sommer 2025 kontaktierten die ehemaligen VfL-Fußballerinnen die Fußballabteilungsleitung ob Bedarf für die alten Trikots der Damen besteht. Da man aber im Jugendbereich überall gut aufgestellt ist und das „Auftragen“ im Trainingsbetrieb auch nicht gefragt war, suchte man nach einer anderen Möglichkeit die Trikots „weiterleben“ zu lassen. Und die fand Fußballabteilungsleiter Stefan Naßl bei seiner Sabine. Die hatte nach dem Abitur ein halbes Jahr Freiwilligenarbeit im Rainbow House of Hope in Uganda geleistet und hat immer noch Kontakt ins ferne Afrika. So stand ein paar Whatsapp-Bilder später fest, dass man sich dort sehr wohl noch über die in Würde gealterten VfL-Hemden freuen würde. Nachdem ein anderer früherer Uganda-Freiwilliger aus Nittenau im Sommer erneut das Rainbow House besuchte, fand sich auch schnell eine Reisemöglichkeit für die Dressen.

Jetzt sind sie dort mittlerweile gut und gerne genutzt. Wenn auch etwas zweckentfremdet. Denn die jungen Damen in Uganda frönen lieber dem Volleyballsport. So sind aus den Fußballtrikots jetzt Volleyballtrikots geworden. Der Freude darüber, nun endlich eigene Trikots zu haben, tat das aber keinen Abbruch.

Wer sich näher über das Rainbow-Projekt informieren möchte, findet hier Gelegenheit:

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